Seit Ende Juli bin ich dabei, fleißig mit den sogenannten Social Networks zu experimentieren. Verzichten möchte ich auf die Anbindung an Facebook und Google+ wirklich nicht mehr, denn unterm Strich hat es schon eine Menge gebracht und es macht auch viel Spaß. Allerdings haben beide ihre Vorteile und Nachteile, die viele Benutzer dazu zwingen, beide gemeinsam zu benutzen. Ein kleiner Einblick in die Probleme des Social Networking von einem Quereinsteiger.
Facebook hat den großen Nachteil, auf einer Technik und Struktur zu basieren, die mittlerweile schon fast zehn Jahre alt ist. Das sieht man vor allem an der beinahe steinzeitlichen Oberfläche, die nur wenig mit dem modernen Internet zu tun hat und von Benutzerfreundlichkeit noch nicht viel gehört hat. Die Funktionalität ist enttäuschend, aber zum Glück gibt es ein paar hervorragende Plugins für WordPress, mit denen man sich zumindest beim Einstellen von Beiträgen erst gar nicht mit dem Facebook-Interface herumschlagen muß. Lesen, kommentieren und anderes bleibt aber auf den Facebook-eigenen Seiten kompliziert und unbequem – da könnte man vieles besser und eleganter machen und von der klapperigen Android-App will ich erst mal ganz nicht reden. Warum dann überhaupt bei Facebook bleiben? Weil alle anderen auch drin sind! Ich habe gar keine andere Wahl, als Facebook zu benutzen um Freunde, Bekannte und Leser zu erreichen, denn hierzulande haben sich Alternativen bisher kaum durchgesetzt.
Google+ ist noch so neu, daß es schon beinahe wieder totgesagt wurde. Dabei hat Googles Facebook-Alternative alles das zu bieten, was die Konkurrenz nicht hat: eine solide, logisch durchdachte und optisch gelungene Oberfläche, ein originelles Kategorie-System, viel mehr integrierte Funktionen wie gut funktionierende Fotoalben, Events, Hangouts und mehr – und letztendlich eine Firma im Hintergrund, die sich um Entwicklung und Innovation kümmert. Der große Nachteil ist, daß die APIs bisher noch nicht für den Schreibzugriff geöffnet wurden und deshalb noch kein Posten aus anderen Systemen möglich ist. Trotz aller Funktionen war das für mich bisher das größte Hindernis, weshalb ich Google+ im Moment noch mehr zum Lesen als zum Schreiben verwende – aber das klappt sogar unter Android ganz hervorragend. Noch ein Problem ist, daß es für “normale” User noch keine Namen-URLs gibt und man wie in frühen Facebook-Tagen nur über einen Rattenschwanz von Nummern erreichbar ist. Die Benutzerbasis ist jedoch größtenteils eine völlig andere als bei Facebook, denn Google+ scheint in der Regel mehr ernsthafte User anzuziehen als die Konkurrenz und hat so eine geballte Community von interessanten Leuten aus allen Bereichen zu bieten.
Man merkt es schon, für mich ist Facebook mehr das notwendige Übel und Google+ die vernünftigere Alternative – aber solange bei Google+ noch keine API mit Posting-Privilegien existiert, werde ich dort nicht soviel posten wie bei Facebook, zumal dort ganz andere Benutzer mitlesen. Dennoch bleibt Facebook eine enttäuschende Plattform, denn zumindest aus meiner Sicht ist Google+ eine potentielle eierlegende Wollmichsau, während Facebook wie ein Auslaufmodell wirkt. Vielleicht ist es Zeit für eine Massenflucht von Facebook nach Google+ – wer fängt an, wer kommt mit? :-)
Als Google im August die Google+ Hangouts auch in Deutschland freigeschaltet hatte, war das für mich ein besonderer Grund zur Freude, denn etwa einen Monat zuvor hatte ich mich schwarz geärgert, weil ich die große Live-Berichterstattung von Universe Today zum Venus-Sonnentransit nicht sofort, sondern nur am nächsten Tag in der Aufzeichnung sehen konnte. Da ich in meinen vorherigen Postings gelegentlich schon die Hangouts von Universe Today & Co erwähnt hatte, will ich mit diesem Posting eine kleine Übersicht geben, was sich wirklich lohnt anzuschauen und wann die Hangouts stattfinden.
[Update 20.01.2013: Es ist jetzt eine neue Version des Artikels online, diese hier ist veraltet.]
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Der neue Mars-Rover Curiosity hat diese Tage zum ersten Mal richtig gegraben, und schon gibt es eine Sensation: da ist irgendwas! Niemand weiß im Moment was es ist, aber manche sehen schon ein kleines grünes, ähm, silbernes Männchen, eine Pflanze oder ähnliche phantastische Gebilde, aber viel wahrscheinlicher ist es nur ein Teil vom Rover, der sich aus irgendeinem Grund bei der ersten Buddelaktion gelöst hat. Spannend ist es auf jeden Fall und lädt zum selber nachforschen ein: das Bild recht habe ich dem NASA-Originalbild entnommen, etwas hochgesampelt und stark aufgeschärft – voilà, schon siehts nach einem kleinen Männchen aus! Ist doch gar nicht so schwer, dazu muß man nicht Richard Hoagland heißen ;-).
Als nächster Schritt werden wohl laut der JPL-Pressemeldung erst einmal mehr Bilder von diesem… Ding gemacht, damit man sicher sein kann, daß es nicht am Ende irgendwas wichtiges vom Rover ist und das Mars-Auto bei der nächsten Bewegung ein Rad verliert. Der ADAC operiert ja noch nicht interplanetar, da wäre sowas schon schlecht. Ich persönlich vermute ja entweder, daß es wirklich ein Teil vom Rover ist (vielleicht ein Stückchen Isolierung) oder halt ein ganz seltsam geformtes Mars-Steinchen – davon haben die Curiosity-Vorgänger ja auch schon einige gefunden. [Kleines Update: Die NASA meint, daß es einfach nur ein Stück Plastik vom Rover ist. Much ado about nothing :-).]
[Update vom 12.10.: es gibt jetzt eine bessere Nahaufnahme von dem Dingens und es sieht wirklich nach einem Stück abgerissener Isolierung von einem Kabel aus. Währenddessen hat Curiosity den Tatort aber schon wieder verlassen und sich stattdessen mit einem Stein beschäftigt, der viel interessanter ist!]
Oh, und meine Wette von Gestern, daß sich die deutschen Medien auf die Fehlfunktion des Triebwerks der SpaceX-Rakete stürzen würden, habe ich wohl verloren. Besonders von SpOn kein Pieps dazu – aber schon ein reichlich sensationsheischender Artikel über das seltsame Objekt! :-)
Im Mai hatte es Space X mit dem ersten kommerziellen Flug eines Raumfrachters zur ISS vorgemacht, wie die Zukunft der Raumfahrt aussehen wird. Das war aber nur ein Demonstrations-Flug, denn erst gestern fand der erste reguläre Start der Dragon-Raumkapsel auf der Falcon9-Rakete zur ISS statt und hat damit erst richtig ein neues Kapitel Raumfahrtgeschichte aufgeschlagen. Space X ist neben Orbital Sciences die einzige Firma, die von der NASA einen Vertrag für die Commercial Orbital Transportation Services bekommen hat und in Zukunft ab jetzt nicht nur für Frachtflüge, sondern auch für den Personentransport zur Raumstation zuständig sein wird.
Der Start war auf den ersten Blick absolut perfekt und nach weniger als einer Viertelstunde waren die Dragon-Kapsel und ein mitfliegender Satellit im Orbit. Was zunächst aber kaum jemand bemerkt hat und besonders die deutsche Presse bisher noch nicht aufgeschnappt hat, ist daß es offenbar ein Problem mit einem der neun Raketenmotoren gegeben hat. Triebwerk Nummer 1 wurde nach etwas, was auf dem Video vom Start wie eine Explosion aussieht, abgeschaltet und die anderen acht Triebwerke haben automatisch den Schubverlust kompensiert. So katastrophal wie sich das anhört, selten ist das nicht und Falcon9 wurde genau für so eine Situation gebaut, denn die einzige negative Auswirkung des Problems war, daß die Rakete den Erdorbit dreißig Sekunden später als geplant erreicht hatte. Wenn das mal kein Erfolg war…! [Update: Es war keine Explosion, sondern ein Druckverlust – siehe auch das Update von Universe Today und ein Posting von Phil Plait.]
[Update2, 10.10.: Der Dragon-Frachter ist wohlbehalten an der Raumstation angekommen und hat problemlos andocken können! Fotos und Videos natürlich wie immer bei Universe Today :-).]
Ich wette, das dieser “Zwischenfall”, der eigentlich gar keiner war und mit zur Lernkurve der Kooperation zwischen privater und staatlicher Raumfahrt gehört, noch im Laufe des Tages von den deutschen Medien als Fehlschlag ausgeschlachtet wird… SpOn, übernehmen sie! :-) [Zwei Tage später… nichts, gar nichts? Vernunft im deutschen Journalismus eingekehrt, oder nur Desinteresse?]
Since Germany has been let into the Google+ hangout community in August, I’ve been regularly watching some hangouts, especially those from CosmoQuest and Universe Today. During these hangouts, I’ve noticed that there are often questions asked in the comments on how to view hangouts on Android devices. As an Android user myself, I’m going to show in this short tutorial how to make Hangout viewing possible under Android. I’m using an Odys Xelio, a low-price, but great little 7″ tablet which runs Android 4.0.3 and should represent most Android devices, both phones and tablets.
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Nein, fließendes Wasser hat das Mars Science Laboratory natürlich nicht gefunden, aber anscheinend das nächstbeste: auf dem Weg nach Glenelg hat der Rover sich ein paar interessante Steine angeschaut und noch nicht einmal angebohrt oder mit dem Laser bearbeitet, aber alleine aus den Fotos konnten die Wissenschaftler jetzt den Schluß ziehen, daß sich der Landeplatz von Curiosity offenbar in einem trockenen Flußbett befindet! Ein herausstehendes Felsstück mit eingebettetem Kies weist unverwechselbare Ähnlichkeiten zu irdischen Pendants auf, die nur durch lange und dauerhaft fließendes Wasser geformt werden konnten.
Es ist ja nichts neues, daß es Wasser auf dem Mars gibt, denn schließlich bestehen die Polkappen aus Eis. Es ist aber das erste Mal, daß direkt fließendes Wasser nachgewiesen konnte – mehr darüber bei Universe Today. Nicht schlecht für eine Mission, die gerade mal erst angefangen hat und nach 51 Mars-Tagen schon eine kleine Sensation melden kann. Inzwischen ist der Rover aber schon längst wieder weitergefahren – ich bin gespannt, was noch alles entdeckt wird!
Und noch etwas in eigener Sache: ich habe heute noch etwas zur immer noch aktuellen Mars-Linkliste hinzugefügt – gestern während der Cosmoquest Science Hour wurden RSS-Feeds von den Curiosity-Rohaufnahmen und vom HiRISE-Projekt erwähnt, die ich jetzt in die Liste eingetragen habe. Ein paar andere Sachen hatte ich zuvor auch schon eingetragen, ab jetzt werde ich das unten auf der Seite protokollieren. Zu den Hangouts dann eventuell am Wochenende mehr, jetzt muß ich erstmal an einer anderen Baustelle, speziell drüben fürs DVDLog, weiterschreiben :-).
Morgen, am Samstag, dem 22. September findet die International Observe the Moon Night statt – wenn das Wetter mitspielt! Wir haben dieses Jahr schon ganz schön viel den Mond beobachtet, sowohl durchs Fernglas als auch durchs Teleskop, so daß ein wolkenverhangener Himmel nicht unbedingt eine Katastrophe wäre. Für das Ruhrgebiet sieht der Wetterbericht aber halbwegs positiv aus – tagsüber soll es regnen, aber abends aufklaren. Der Mond geht in Deutschland um kurz nach 15 Uhr auf, erreicht um 19:20 den Transit und ist um 23:40 untergegangen – also nicht zu spät mitten in der Nacht. Mal schauen, ob wir hier was sehen können. Ansonsten habe ich noch jede Menge Mond-Bilder aus den letzten Wochen übrig, die ich vielleicht demnächst mal drüben auf dem Foto-Blog posten werde.
Wenn der Himmel absolut dicht ist, kann man aber immer noch woanders zuschauen – CosmoQuest, UniverseToday & Co werden morgen den ganzen Tag über mehrere Google+ Hangouts veranstalten, die alle auf dieser Event-Seite zu sehen sein werden. Es gibt sicher noch andere Veranstaltungen, aber wie ich ja schon öfter gesagt habe, können es diese Leute einfach am Besten und Google+ ist dafür einfach ein fantastisches Werkzeug. Ich werde zwischendurch dort auch mal reinschauen und wenn mir wirklich Morgen Abend ein frisches Mond-Foto gelingt, werde ich das dann auch irgendwie posten.
[Edit 22.9.: Mission accomplished! Wenigstens ein kleines bißchen :-)]
Ach ja, und noch was ganz anderes: Emily Lakdawalla hatte sich das auf einer Boeing 747 transportierte Shuttle Endeavour beim Zwischenstop auf der Edwards Air Force Base anschauen können und hat eine Reihe von fantastischen 3D-Fotos gemacht!
Mittlerweile ist es schon fast anderthalb Monate her, daß Curiosity alias das Mars Science Laboratory wohlbehalten auf dem roten Planeten gelandet ist. 43 Marstage in die Mission hinein ist schon einiges passiert, denn das fahrende Laboratorium hat schon einen ausführliche interplanetare TÜV-Prüfung abgelegt, schon ein wenig Forschung betrieben, aber sich vor allem in Bewegung gesetzt: Curiosity ist inzwischen fast 300 Meter gefahren und hat damit schon die Hälfte zum ersten wissenschaftlichen Ziel Glenelg zurückgelegt. Das mag sich nicht nach besonders viel anhören, aber man sollte nicht vergessen, daß Curiosity nicht in der Wüste von Pasadena, sondern auf dem Mars herumfährt!
Ich möchte an dieser Stelle auch gar nichts großartig über Curiosity erzählen, sondern lieber darauf hinweisen, wo richtig über die neueste Mars-Mission berichtet wird – meine Mars-Linkliste vom August ist natürlich immer noch gültig, aber es gibt noch ein paar andere interessante Sachen. Für die Ereignisse bis Mitte letzter Woche kann ich die Aufzeichnung der CosmoQuest Astronomy Hour vom 12. September empfehlen, ein einstündiger Google+ Hangout mit Emily Lakdawalla von der Planetary Society und Fraser Cain von Universe Today – Emily war wenige Stunden zuvor auf der aktuellen JPL-Pressekonferenz und hat sozusagen aus erster Hand berichtet. Für noch aktuellere Informationen siehe auch ihr Blogposting Curiosity sol 43 update.
Ich hatte bei der Gelegenheit auch gleich die Frage gestellt, ob es schon Neuigkeiten von dem bei der Landung beschädigten Windsensor gab, über den Spiegel Online so reißerisch berichtet hatte (“lädiertes Mars-Auto”, “Die Expedition werde allerdings erschwert […]”). Einer der zwei Windsensoren ist wirklich kaputt, aber was genau passiert ist, wird aufgrund der ungünstigen Position des Sensors im Moment noch nicht herauszufinden sein, weil er mit dem Kamera-Arm nicht besonders gut erreichtbar ist. Aber eine Katastrophe ist das natürlich überhaupt nicht, lediglich gezielte Windmessungen sind dadurch etwas schwierig.
Tja, was gabs noch? Ach ja, Curiosity wurde inzwischen auch als sehr gelungenes Lego-Modell gebaut! Im Moment gibt es das nur als Bauanleitung und Modell für den Lego Digital Designer, aber mit 10.000 Unterstützern auf der Lego Cuusoo-Seite sind die Chancen nicht schlecht, daß es den Mars-Rover vielleicht irgendwann auch als Lego-Set zu kaufen geben wird – die beiden Vorgänger gibt es ja immerhin schon.
Eigentlich wollte ich noch was zum Thema Google+ Hangouts schreiben, die wir ja seit Mitte August auch hier in Deutschland endlich live und nicht nur in den Aufzeichnungen sehen können, aber jetzt ist der Artikel so lang geworden, daß ich das demnächst mal in einem separaten Posting unterbringen werde. An dieser Stelle als Schlußwort nur der kurze Hinweis, daß sich die Hangouts von Universe Today, Astronomy Cast und CosmoQuest wirklich lohnen – eine Art Fernsehprogramm gibts im Online-Kalender von CosmoQuest.
Als ich im Juli den Artikel über den Odys Xelio, das 100-Euro-Android-Tablet geschrieben hatte, war ich mit dem Abschnitt über die Android-Software noch nicht ganz fertig und hatte versprochen, bald eine Fortsetzung mit den fehlenden Themen Emulatoren, Spiele und Musik nachzuliefern. Das hat noch ein bißchen gedauert, unter anderem weil ich mich noch ein bißchen mehr mit Android beschäftigen wollte, aber jetzt ist die zweite Hälfte des Artikels fertig. Es geht nun nicht mehr primär um den Odys Xelio, sondern generell um Android-Software, aber natürlich habe ich alle erwähnten Programme auf dem kleinen Tablet von Conrad selbst ausprobiert.
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Der erste Mensch, der einen Fuß auf den Mond gesetzt hat, ist gestern im Alter von nur 82 Jahren gestorben. Neil Armstrong hätte aber es aber gar nicht gefallen, wenn man ihn nur auf diese Rolle reduziert, denn er war immer einer der bescheidensten und privatesten aller amerikanischen Astronauten. Das Statement seiner Familie sagt eigentlich alles, dort heißt es unter anderem: “Neil Armstrong was also a reluctant American hero who always believed he was just doing his job.”
Trotzdem wird Neil Armstrong natürlich immer mit dem Mond in Verbindung bleiben und auch das hat seine Familie auf eine wirklich liebevolle Art ausgedrückt: “For those who may ask what they can do to honor Neil, we have a simple request. Honor his example of service, accomplishment and modesty, and the next time you walk outside on a clear night and see the moon smiling down at you, think of Neil Armstrong and give him a wink.”
Neil Armstrong war Astronaut, amerikanischer Held… und ein richtiger Mensch mit viel Mut und Entschlossenheit, was ihn besonders sympathisch gemacht hat.