Vor fast genau einem Jahr war eine Gruppe von Amateur-Astronomen auf die verrückte Idee gekommen, ihre Teleskope direkt in einen Google+ Hangout zu streamen. Nach einigen Tests war schließlich die Virtual Star Party geboren, die Fraser Cain und seine Kollegen von Universe Today und Cosmoquest zusammen mit Astronomen nicht nur aus den USA, sondern aus der ganzen Welt nun seit Januar 2012 fast jede Woche Sonntags Abends veranstalten. Gezeigt wird alles, was der Himmel zu bieten hat: Planeten, Galaxien, Nebel, Sternenhaufen und vieles andere – und das praktisch live. Die Zeitverschiebung bedeutet natürlich, daß die Hangouts hierzulande erst gegen drei Uhr nachts stattfinden, aber selbstverständlich kann man sich auch die Aufzeichnungen im Archiv anschauen.
Im Sommer hatte Google einen Trailer als Beispiel für die Nutzung der Hangouts zusammengestellt, der auf wundervolle Art die Faszination der Star Parties herüberbringt. Es gibt aber keine bessere Weise, den Geburtstag der Virtual Star Party zu feiern, als sich eine davon anzuschauen – deshalb endet dieser Artikel mit dem Video der ersten Star Party des Jahres 2013 vom 6. Januar. Happy Birthday! :-)
Ja, es stimmt: das Universum versucht uns alle umzubringen. The Universe is trying to kill you! ist einer der am häufigsten verwendeten Schlagwörter in Fraser Cains und Pamela Gays Astronomy Cast, aber das bedeutet ja noch lange nicht, daß unbedingt morgen die Welt untergehen muß. Dieser ganze Hokuspokus um das angebliche Ende des Maya-Kalenders dient eigentlich nur bestimmten Leuten dazu, Panik zu verbreiten und damit Kasse zu machen – und fast alle Medien spielen dabei mehr oder weniger mit. Es gibt aber schlicht und einfach keinen Planeten X, keine galaktische Ausrichtung irgendwelcher Ebenen oder Planeten und erst recht kein finales Ende des Maya-Kalenders. [Edit: Was natürlich am 21.12. stattfindet, ist wie jedes Jahr die Wintersonnenwende, aber dafür interessiert sich natürlich kaum jemand :-)]
Für ein gründliches De-Bunking von diesem ganzen Quatsch kann ich den Artikel von Phil Plait über die Notpocalypse empfehlen, in dem der Bad Astronomer ausführlich auf den größten Schwachsinn, der teilweise schon seit einem Jahrzehnt durchs Netz geistert, eingeht. [Edit: und noch ein zweiter Artikel mit etwas mehr Spaß :-)]. Und wenn man dann noch Lust hat, kann ich sein eigentlich schon vor vier Jahren veröffentlichtes Buch Death from the Skies! The Science behind the End of the World empfehlen, in dem es wirklich darum geht, wie das Universum die Erde um die Ecke bringen könnte. Eine komplette Buch-Review würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber wer sowieso Phil Plaits Blog verfolgt, wird dieses Buch mögen und für alle anderen, die an Wissenschaft und Astronomie interessiert sind, dürfte es auch ein gefundenes Fressen sein. Unter dem Titel Tod aus dem All gibt es inzwischen auch eine deutsche Übersetzung des Buchs, aber wie üblich dürfte die englische Version die bessere sein und sowieso hat die Taschenbuch-Ausgabe von Penguin einfach das bessere Cover. Wer noch mehr über das Buch und den Autor erfahren will, dem kann ich außerdem eine Episode von Astronomy Cast vom Oktober 2008 empfehlen, in der Phil Plait zu Gast war und dort sein Buch vorgestellt hat.
Da man den ganzen Blödsinn nur mit einer gehörigen Portion Humor ertragen kann, veranstalten die Leute von Cosmoquest heute Abend einen Google+ Hangout mit dem schönen Titel Dr. Strangedoom OR How I learned to stopped worrying and love the axial tilt! – da Fraser Cane und Pamela Gay mit ihren Familien auf einer Kreuzfahrt sind, um den 21. Dezember in echten Maya-Ruinen zu feiern, haben Nicole Gugliucci, Scott Lewis, Ian O’Neill und Tony Darnell das Ruder übernommen und versprochen, außer Wissenschaft auch ein bißchen Humor zu bieten. Leider beginnt der Hangout erst heute Nacht um 1 Uhr deutscher Zeit, aber man kann sich das ganze ja auch später noch in der Aufzeichnung anschauen und vielleicht veranstalten die CosmoQuester ja auch morgen im Laufe des Tages noch etwas anderes. Und nicht vergessen:
APOCALYPSE 2012 – BULLSHIT!
c
Auf dem Herbsttreffen der American Geophysical Union ist wirklich was los. Gestern hatte die NASA die lang erwartete Ankündigung der zuerst für eine Sensation gehaltenen Proben-Ergebnisse des Curiosity Rovers gemacht, die aber dann doch nicht so interessant waren. Heute kam dann die überraschende Meldung, daß es 2020 noch einen neuen Mars-Rover geben wird! Anscheinend wird es wohl eine Neuauflage des Mars Science Laboratory werden, nachdem sich dieser in seiner ersten Version bisher so gut bewährt hat. Aber hat die NASA überhaupt Geld dafür?
Tatsächlich ist die geplante Version 2.0 von Curiosity schon immer im NASA-Budget abgedeckt gewesen – Casey Dreier von der Planetary Society hat einen interessanten Artikel darüber geschrieben, in dem klar wird, daß das NASA-Budget zwar nächstes Jahr drastische Einschnitte haben wird, aber ab 2016 wieder steigen wird. Es werden auch keine anderen Programme gekürzt, sondern nur Gelder eingesetzt, die sowieso schon für eine neue Mars-Mission eingeplant waren. Natürlich besteht das Mars-Programm der NASA nicht nur aus dem Rovern, denn da sind auch noch die nächstes Jahr startende MAVEN-Mission und viele andere. Zurecht ist aber vielleicht die Kritik, daß sich die NASA ein bißchen zu stark um den Mars kümmert, während es auf anderen Planeten und deren Monden (Stichwort Titan!) viel interessanteres zu beobachten gäbe.
Aber erst einmal abwarten… alleine der Umstand, daß da auf dem Mars ein tonnenschweres, fahrendes Labor herumfährt und ein anderer Rover, der eigentlich nur drei Monate funktionieren sollte, seit acht Jahren unterwegs ist, ist doch faszinierend, oder?
[Update vom 6.12.: Für die letzten Neuigkeiten um die Mars-Missionen lohnt es sich in die Aufzeichnung in den Planetary Society Hangout von heute Abend mit Emily Lakdawalla und Casey Dreier hineinzuschauen, in dem alles wichtige besprochen wurde.]
Eigentlich sind es schon 107 (Mars)-Tage, die der Curiosity-Rover inzwischen auf dem roten Planeten verbracht hat, aber in den letzten Wochen war es relativ still um das Mars Science Laboratory. Der Rover hatte sich nicht viel bewegt (aber immerhin ein tolles Selbstportrait aufgenommen) und die wissenschaftlichen Ergebnisse waren außer einer Falschmeldung von Methan-Gas auf den ersten Blick nicht ganz so aufregend. Jetzt rollt Curiosity wieder, aber es herrscht auch mal wieder ganz große Aufregung, nachdem sich John Grotzinger, einer der leitenden Wissenschaftler, in einem NPR-Interview verplappert hatte und von einer analysierten Bodenprobe erzählt hat, die “earthshaking” wäre und in die Geschichtsbücher eingehen könnte.
Was ist also entdeckt worden? Das werden wir wohl erst in der am 3. Dezember geplanten Pressekonferenz erfahren, denn bis dahin wollen die Mitarbeiter des Curiosity-Teams vorsichtshalber nichts weiteres erzählen. Das ist durchaus verständlich, denn bevor eine halbgare und vielleicht falsche Ankündigung gemacht wird, wollen die Wissenschaftler auf Nummer sicher gehen. Leben auf dem Mars? Ich glaube nicht, denn eigentlich ist Curiosity gar nicht dafür ausgerüstet, Lebensformen direkt nachzuweisen. Es könnte sich allerhöchstens um irgendeine Art von organischen Molekülen handeln, aber kleine grüne Männchen werden es bestimmt nicht sein. Vielleicht ist es auch nur eine kuriose biochemische Entdeckung, die für Laien völlig unverständlich ist, aber für die Wissenschaftler enorme Bedeutung hat.
[Update vom 30.11.: Der NASA ist der Medienrummel der letzten Woche wohl ein bißchen zuviel geworden, denn in einer Zwischenmeldung wurde noch einmal deutlich gemacht, daß der Rover kein Leben oder organische Bestandteile in der Probe gefunden hat. Schade eigentlich, war aber zu erwarten.]
Auf jeden Fall erst einmal Ruhe bewahren, tief durchatmen und nicht jede sensationelle Meldung der Boulevard-Presse glauben – und erst recht nicht irgendwelchen Verschwörungstheorien! Die Spezialisten vom Wissenschafts-Ressort von Spiegel Online haben sich noch gar nicht geäußert, aber die meisten anderen großen deutschen Online-Magazinen schreiben meist von einer “historischen Entdeckung”, manche fragen aber natürlich gleich “Gibt es doch Leben auf dem Mars?”. Was bei den englischsprachigen Medien durch die Schlagzeilegn geht, grenzt auch schon fast an Kabarett (nur der Guardian bleibt realistisch), aber es ist ja auch nicht anders zu erwarten – wo noch keine Nachrichten sind, muß man sich halt selbst welche machen :-)
Früher habe ich mir aus Podcasts nichts gemacht, was aber hauptsächlich daran lag, daß ich keinen mobilen MP3-Player zur Verfügung hatte. Mittlerweile hat sich das aber geändert und seit etwa zwei Jahren wühle ich im Dschungel der Podcasts, wo ich trotz einer riesigen Menge von anspruchslosem Blödsinn einer kleinen handvoll richtigen Juwelen begegnet bin. Die Auswahl ist natürlich wie bei mir üblich absolut subjektiv, persönlich und sehr wissenschafts-lastig, aber es sind doch ein paar völlig andere Themen dabei und es ist längst nicht alles ernst und trocken. Bis auf eine Ausnahme sind wie immer gute Englisch-Kenntnisse erforderlich, aber diese Voraussetzung dürften ja auch die meisten Mitleser erfüllen. Die teils enormen Archive der vorgestellten Podcasts reichen aus, um einen MP3-Player jahrelang zu füllen.
Continue reading »
Diesmal habe ich zum Glück wieder daran gedacht, genauso wie in den letzten Jahren auch am 9. November, dem Geburtstag von Carl Sagan, drüben im DVDLog den Artikel über Cosmos, seine brilliante 13-teilige Fernsehserie, noch einmal zu posten. Aber jetzt will ich auch hier ein paar Zeilen über diesen außergewöhnlichen Menschen schreiben, der besonders hier in Deutschland leider viel zu unbekannt ist.
Wer war Carl Sagan eigentlich? Einer dieser langweiligen Wissenschaftler, die nur langweiliges Zeug von sich geben, das niemand versteht, der nicht vom Fach ist? Genau dieses Image von Wissenschaft, Astronomie und Kosmologie hatte der 1996 viel zu früh gestorbene Carl Sagan erfolgreich versucht zu bekämpfen. Kurz gesagt, Carl Sagan, der heute 78 Jahre alt geworden wäre, war der Erdkunde-, Chemie- und Biologie-Lehrer, den wir uns alle gerne gewünscht hätten. Seine brilliante Art, Wissenschaft zu popularisieren und dabei gleichzeitig auf einem hohen Niveau zu bleiben, war in den siebziger und achtziger Jahren praktisch einzigartig. Es war ihm gelungen, nicht nur einfach Fakten zu verbreiten, sondern auch Neugier und Skepsis zu fördern und wurde zu einer großen Inspiration für unzählige Leute.
Seine Fernsehserie Cosmos und das gleichnamige Buch, die beide vorsichtshalber den Titel A Personal Voyage hatten, waren für amerikanische Verhältnisse revolutionär, denn noch nie zuvor hatte jemand die Mysterien der Astronomie und Kosmologie so gut für Laien zugänglich erklärt. Carl Sagan war aber nicht nur ein selbsterklärter Populär-Wissenschaftler, sondern auch ein brillianter Forscher, dessen Beiträge zur planetaren Astronomie unschätzbaren Wert hatten. Er war auch einer der Gründer der Planetary Society, die noch bis heute die planetare Forschung und wissenschaftliche Bildung fördert und sein Erbe aufrecht erhält.
Seit einigen Jahren wird sein Geburtstag am 9. November als Carl Sagan Day gefeiert, was ich viel besser finde als viele andere negative Ereignisse, die mit diesem Datum verknüpft sind. Aber wie feiert man diesen Tag eigentlich? Am besten, man schmökert ein bißchen in einem von seinen Büchern oder schaut sich eine Episode von Cosmos an. Wenn man die Serie noch nicht gesehen hat, kann man sich im Carl Sagan Portal bei Youtube einige Ausschnitte anschauen – es sind auch ein paar komplette Episoden online, auf die ich aber aus rechtlichen Gründen lieber nicht verlinken möchte. Stattdessen kann ich aber die sehr günstige englische DVD der Serie empfehlen.
Die Planetary Society veranstaltet heute Abend einen Webcast zur Erinnerung an Carl Sagan, der aber leider durch die Zeitzonen-Verschiebung erst um 4 Uhr morgens in Deutschland beginnt – aber man kann sich auch später noch die automatisch generierte Aufzeichnung anschauen. [Update: Irgendwas ist da schief gelaufen – die Veranstaltung wurde nicht wie vermutet direkt als Youtube-Stream gezeigt und es wurde leider nur Ton, aber kein Video mitgeschnitten.] Mehr Carl Sagan hat Universe Today gefunden – das letzte Fernsehinterview, daß er im Mai 1996 kurz vor seinem Tod gegeben hatte. Und natürlich gibts bei Youtube noch viel mehr von ihm nicht nur aus Cosmos zu sehen, wenn man nur ordentlich sucht.
In Deutschland ist Carl Sagan aber leider Mangelware. Die meisten seiner Bücher sind zwar übersetzt worden, aber Cosmos wurde als Unser Kosmos nur 1983 ein einziges Mal vom ZDF gesendet und ist danach nie wiederholt oder auf VHS oder DVD veröffentlicht worden – sogar bei Youtube findet sich nur ein kleiner Ausschnitt davon. Englischkenntnisse sind also leider zwingend notwendig, hierzulande scheint niemand wirklich Interesse an den Werken von Carl Sagan zu haben, die ein bißchen wie ein lästiges Pflichtprogramm behandelt werden, aber in Wirklichkeit noch viel, viel mehr sind.
Wenn mir aber jetzt jemand sagt, daß das doch wirklich niemanden interessiert, kann ich nur fragen: Where’s your sense of wonder? – was sich leider nur schlecht übersetzen läßt, aber ungefähr bedeutet: Wo ist dein Sinn für Neugier?
Als Google im August die Google+ Hangouts auch in Deutschland freigeschaltet hatte, war das für mich ein besonderer Grund zur Freude, denn etwa einen Monat zuvor hatte ich mich schwarz geärgert, weil ich die große Live-Berichterstattung von Universe Today zum Venus-Sonnentransit nicht sofort, sondern nur am nächsten Tag in der Aufzeichnung sehen konnte. Da ich in meinen vorherigen Postings gelegentlich schon die Hangouts von Universe Today & Co erwähnt hatte, will ich mit diesem Posting eine kleine Übersicht geben, was sich wirklich lohnt anzuschauen und wann die Hangouts stattfinden.
[Update 20.01.2013: Es ist jetzt eine neue Version des Artikels online, diese hier ist veraltet.]
Continue reading »
Der neue Mars-Rover Curiosity hat diese Tage zum ersten Mal richtig gegraben, und schon gibt es eine Sensation: da ist irgendwas! Niemand weiß im Moment was es ist, aber manche sehen schon ein kleines grünes, ähm, silbernes Männchen, eine Pflanze oder ähnliche phantastische Gebilde, aber viel wahrscheinlicher ist es nur ein Teil vom Rover, der sich aus irgendeinem Grund bei der ersten Buddelaktion gelöst hat. Spannend ist es auf jeden Fall und lädt zum selber nachforschen ein: das Bild recht habe ich dem NASA-Originalbild entnommen, etwas hochgesampelt und stark aufgeschärft – voilà, schon siehts nach einem kleinen Männchen aus! Ist doch gar nicht so schwer, dazu muß man nicht Richard Hoagland heißen ;-).
Als nächster Schritt werden wohl laut der JPL-Pressemeldung erst einmal mehr Bilder von diesem… Ding gemacht, damit man sicher sein kann, daß es nicht am Ende irgendwas wichtiges vom Rover ist und das Mars-Auto bei der nächsten Bewegung ein Rad verliert. Der ADAC operiert ja noch nicht interplanetar, da wäre sowas schon schlecht. Ich persönlich vermute ja entweder, daß es wirklich ein Teil vom Rover ist (vielleicht ein Stückchen Isolierung) oder halt ein ganz seltsam geformtes Mars-Steinchen – davon haben die Curiosity-Vorgänger ja auch schon einige gefunden. [Kleines Update: Die NASA meint, daß es einfach nur ein Stück Plastik vom Rover ist. Much ado about nothing :-).]
[Update vom 12.10.: es gibt jetzt eine bessere Nahaufnahme von dem Dingens und es sieht wirklich nach einem Stück abgerissener Isolierung von einem Kabel aus. Währenddessen hat Curiosity den Tatort aber schon wieder verlassen und sich stattdessen mit einem Stein beschäftigt, der viel interessanter ist!]
Oh, und meine Wette von Gestern, daß sich die deutschen Medien auf die Fehlfunktion des Triebwerks der SpaceX-Rakete stürzen würden, habe ich wohl verloren. Besonders von SpOn kein Pieps dazu – aber schon ein reichlich sensationsheischender Artikel über das seltsame Objekt! :-)
Im Mai hatte es Space X mit dem ersten kommerziellen Flug eines Raumfrachters zur ISS vorgemacht, wie die Zukunft der Raumfahrt aussehen wird. Das war aber nur ein Demonstrations-Flug, denn erst gestern fand der erste reguläre Start der Dragon-Raumkapsel auf der Falcon9-Rakete zur ISS statt und hat damit erst richtig ein neues Kapitel Raumfahrtgeschichte aufgeschlagen. Space X ist neben Orbital Sciences die einzige Firma, die von der NASA einen Vertrag für die Commercial Orbital Transportation Services bekommen hat und in Zukunft ab jetzt nicht nur für Frachtflüge, sondern auch für den Personentransport zur Raumstation zuständig sein wird.
Der Start war auf den ersten Blick absolut perfekt und nach weniger als einer Viertelstunde waren die Dragon-Kapsel und ein mitfliegender Satellit im Orbit. Was zunächst aber kaum jemand bemerkt hat und besonders die deutsche Presse bisher noch nicht aufgeschnappt hat, ist daß es offenbar ein Problem mit einem der neun Raketenmotoren gegeben hat. Triebwerk Nummer 1 wurde nach etwas, was auf dem Video vom Start wie eine Explosion aussieht, abgeschaltet und die anderen acht Triebwerke haben automatisch den Schubverlust kompensiert. So katastrophal wie sich das anhört, selten ist das nicht und Falcon9 wurde genau für so eine Situation gebaut, denn die einzige negative Auswirkung des Problems war, daß die Rakete den Erdorbit dreißig Sekunden später als geplant erreicht hatte. Wenn das mal kein Erfolg war…! [Update: Es war keine Explosion, sondern ein Druckverlust – siehe auch das Update von Universe Today und ein Posting von Phil Plait.]
[Update2, 10.10.: Der Dragon-Frachter ist wohlbehalten an der Raumstation angekommen und hat problemlos andocken können! Fotos und Videos natürlich wie immer bei Universe Today :-).]
Ich wette, das dieser “Zwischenfall”, der eigentlich gar keiner war und mit zur Lernkurve der Kooperation zwischen privater und staatlicher Raumfahrt gehört, noch im Laufe des Tages von den deutschen Medien als Fehlschlag ausgeschlachtet wird… SpOn, übernehmen sie! :-) [Zwei Tage später… nichts, gar nichts? Vernunft im deutschen Journalismus eingekehrt, oder nur Desinteresse?]
Nein, fließendes Wasser hat das Mars Science Laboratory natürlich nicht gefunden, aber anscheinend das nächstbeste: auf dem Weg nach Glenelg hat der Rover sich ein paar interessante Steine angeschaut und noch nicht einmal angebohrt oder mit dem Laser bearbeitet, aber alleine aus den Fotos konnten die Wissenschaftler jetzt den Schluß ziehen, daß sich der Landeplatz von Curiosity offenbar in einem trockenen Flußbett befindet! Ein herausstehendes Felsstück mit eingebettetem Kies weist unverwechselbare Ähnlichkeiten zu irdischen Pendants auf, die nur durch lange und dauerhaft fließendes Wasser geformt werden konnten.
Es ist ja nichts neues, daß es Wasser auf dem Mars gibt, denn schließlich bestehen die Polkappen aus Eis. Es ist aber das erste Mal, daß direkt fließendes Wasser nachgewiesen konnte – mehr darüber bei Universe Today. Nicht schlecht für eine Mission, die gerade mal erst angefangen hat und nach 51 Mars-Tagen schon eine kleine Sensation melden kann. Inzwischen ist der Rover aber schon längst wieder weitergefahren – ich bin gespannt, was noch alles entdeckt wird!
Und noch etwas in eigener Sache: ich habe heute noch etwas zur immer noch aktuellen Mars-Linkliste hinzugefügt – gestern während der Cosmoquest Science Hour wurden RSS-Feeds von den Curiosity-Rohaufnahmen und vom HiRISE-Projekt erwähnt, die ich jetzt in die Liste eingetragen habe. Ein paar andere Sachen hatte ich zuvor auch schon eingetragen, ab jetzt werde ich das unten auf der Seite protokollieren. Zu den Hangouts dann eventuell am Wochenende mehr, jetzt muß ich erstmal an einer anderen Baustelle, speziell drüben fürs DVDLog, weiterschreiben :-).