Archive Science & Astronomy
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3. January 2009

Frohes neues Jahr! 2009 hat uns hier im Ruhrgebiet im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt erwischt, denn solche Minustemperaturen hatten wir um diese Zeit herum seit Jahren nicht mehr – und es liegt sogar schon ein ganz klein bischen Schnee! Bei diesem Wetter kann man eigentlich nur zuhause bleiben und die Heizung aufdrehen – und deshalb kribbelt es mir nach zwei Tagen Web-Pause auch schon wieder in den Fingern. Zwischendurch also ein paar kleine Updates und Bemerkungen, die ich nicht liegen lassen will:

  • Drüben im DVDLog habe ich als kleine Silvester-Nachlese einen Vergleich zwischen der schwarzweißen Fassung und der colorierten Version von Dinner For One gepostet. Die Farbversion hat nämlich durchaus ihre Daseinsberechtigung und ist bei weitem nicht die Katastrophe, für die sie gerne gehalten wird. Ich bin der letzte, der einen Schwarzweiß-Klassiker colorieren würde, aber bei Dinner For One handelt es sich ja nicht um einen grandios inszenierten Hollywood-Film, sondern um eine Video-Aufzeichnung einer Theater-Aufführung, die nur in Schwarzweiß war, weil es damals noch nichts anderes gab.
  • Im Foto-Archiv habe ich das neue Jahr mit einem Bild vom Silvester-Abend eingeläutet, auf dem sich die Venus dem Mond nähert. Leider konnte ich das Himmels-Spektakel nicht so richtig mit meiner kleinen Kamera einfangen, aber posten wollte ich das Bild trotzdem, weil 2009 schließlich das Internationale Jahr der Astronomie ist und damit sehr gut gepaßt hat. Vielleicht werde ich ja dieses Jahr noch ein paar bessere astronomisch angehauchte Bilder fertigbringen, aber da ich nur eine kleine 70/700er-Röhre von Bresser als Teleskop verwende, wird da wohl nicht allzuviel möglich sein.
  • Heute am dritten Januar gibt es außerdem ein ganz besonderes astronomisches Jubiläum: vor genau fünf Jahren ist der erste der beiden Mars-Rover Spirit und Opportunity auf dem roten Planeten gelandet! Ein halbes Jahrzehnt später fahren die beiden Rover immer noch fleißig herum, auch wenn sie mittlerweile einige altersbedingte Probleme haben – aber sie funktionieren noch und haben ihre Lebenswerwartung um ein vielfaches überschritten. Emily Lakdawalla von der Planetary Society hat auf ihrem Blog eine fantastische Zusammenfassung der Mars-Rover-Mission gepostet, inklusive einigen Links zu noch mehr detaillierteren Berichten – alles äußerst lesenswert! (Und Universe Today hat einen Artikel mit noch mehr Links!)

Jetzt geht es aber erst einmal mit der Winterpause weiter – zwischendurch gibt es bestimmt mal wieder eine Gelegenheit, etwas zu posten, aber in der nächsten Zeit bin ich hier nur sporadisch anwesend. Bis später :-).

Science & Astronomy
6. December 2008

Vorgestern war kein guter Tag für Wissenschaft und Astronomie. CNN kippt das Wissenschaftsprogramm und die NASA hat Probleme mit der nächsten Mars-Sonde, aber es gibt dafür gute Nachrichten für Hubble…

  • CNN stampft seine siebenköpfige Wissenschafts-Redaktion komplett ein und feuert damit Miles O’Brien und seinen Stab. Der Sender ist der Meinung, daß die gelegentliche Planet in Peril-Reihe dafür ausreicht und der Rest in die normalen Nachrichten eingegliedert werden kann. Miles O’Brien war seit sechzehn Jahren dabei und hatte mit seinen gelungenen Berichterstattungen CNN zu einem der besten Sender in Sachen Wissenschaft und Umwelt gemacht – damit ist jetzt Schluß und viele Science-Blogger wie Phil Plait (“CNN catches the Stupid”) oder P.Z. Myers (“CNN screws the Pooch”) schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Schlecht für den Sender, der in den letzten Jahren sowieso immer mehr an Niveau verloren hat, aber vielleicht gut für den Journalisten, denn Miles O’Brien wird mit Sicherheit bei einem anderen Sender oder auf einer anderen Plattform weitermachen!
  • Die NASA hat angekündigt, daß das Mars Science Laboratory erst 2011 starten wird, zwei Jahre später als geplant. Zahlreiche, aber verständliche Probleme haben dazu geführt, daß das Projekt nicht mehr den geplanten Zeitrahmen einhalten konnte. Theoretisch würden einige Monate mehr ausreichen, aber da sich nur etwa alle 26 Monate ein optimales Startfenster zum Mars öffnet, hatte die NASA keine andere Wahl, als den Start aufzuschieben. Die Verzögerung wird etwa 300 bis 400 Millionen Dollar kosten und das Gesamtbudget auf ca. 2.3 Milliarden Dollar bringen – was nach erschreckend viel klingt, aber angesichts der fast 40 Milliarden Dollar, die die US-Automobilkonzerne vom Staat haben wollen, schon fast wieder Peanuts sind. Immerhin bekommt die NASA dadurch die Chance, noch mehr an dem neuen Mars-Rover zu arbeiten und auch über eine Kooperation mit der ESA wird inzwischen nachgedacht.
  • Gute Nachrichten gibt es allerdings für das Hubble-Teleskop – die ursprünglich für Oktober geplante Reparatur-Mission, die wegen technischen Problemen am Teleskop abgesagt werden mußte, hat nun ein neues offizielles Startdatum: am 12. Mai nächsten Jahres wird das Shuttle Atlantis starten und Hubble fit für die Zukunft machen. Mittlerweile funktioniert das Teleskop wieder prächtig und macht weiter faszinierende Entdeckungen, läuft aber nur auf dem Backup-System und benötigt deshalb dringend eine Reparatur.
Science & Astronomy
28. November 2008

Zwischendurch als thematische Auflockerung gibts heute mal wieder ein kleines Roundup zum Thema Astronomie. Einen Teil davon hatte ich ursprünglich für das Phoenix-Posting geschrieben, das dann aber zu lang wurde – so lang, daß ich das ganze lieber in diesen eigenen Artikel gepackt habe.

Die Internationale Raumstation alias ISS ist zehn Jahre alt geworden! Ist es wirklich schon so lange her, daß die kläglichen Überreste der MIR in der Atmosphäre verglüht sind? Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich damals im Web die Tracking-Daten der MIR gefunden hatte und die Raumstation das erste Mal als hellen Punkt über den Himmel fliegen sah. Dank Heavens-Above läßt sich heute auch ganz schnell nachschauen, wann es sich lohnt den Himmel genauer zu beobachten – denn außer der ISS kann man bei klarer Sicht auch andere Satelliten oder sogar das Shuttle beobachten, wenn es sich nicht gerade am Boden befindet oder an der Raumstation angedockt ist. Im Moment ist die Raumstation aber hauptsächlich mal wieder mit negativen Schlagzeilen in der Presse, weil das neue Wasseraufbereitungssystem noch nicht so richtig funktioniert und bei einem Weltraumspaziergang eine Werkzeugtasche abhanden gekommen ist, die aber dafür sogar vor der Erde aus als vorausfliegendes Pünktchen vor der Raumstation zu sehen ist. Nur ist bei der derzeitigen Bewölkung daran gar nicht zu denken, stattdessen kann man sich aber an der faszinierenden ISS-Bilderstrecke der The Big Picture-Kolumne von Boston.com erfreuen.

Phil Plait hat einen Link zu einem wundervollen Video auf Richard Dawkins’ Blog gepostet, das den Flug der Cassini/Huygens-Sonde zum Saturn und Titan mit Originalbildern, Computeranimationen und einer Vorlesung von Astronomin Carolyn Porco zeigt. Wer vier Minuten opfern kann, sollte sich das unbedingt anschauen!

Nach einigen sehr beunruhigenden Nachrichten konnte die NASA ihr Hubble-Weltraumteleskop konnte wieder zum Leben erweckt werden und hat auch schon faszinierende neue Aufnahmen gemacht – der für Oktober geplante Reparatur-Shuttleflug wurde allerdings erstmal auf April 2009 verschoben, weil es auf der ISS wichtigeres zu tun gibt.

Die indische Raumfahrtbehörde hat ihre Sonde Chandrayaan-1 in den Mond-Orbit gebracht und inzwischen auch begonnen, erste wissenschaftliche Aufnahmen zu machen. Offenbar gibt es noch ein paar Temperaturprobleme, da die Sonde zwar eine Heizung, aber keine Kühlung hat – aber wenn man bedenkt, daß es praktisch der erste Versuch ist, hat der indische Moonshot bemerkenswert gut geklappt.

Science & Astronomy
13. November 2008

Gestern hat die NASA angekündit, daß die Mission des Mars-Landers Phoenix nun offiziell beendet ist. Das klingt trauriger und dramatischer als es ist, denn der Lander hat seinen Aufenthalt auf dem roten Planeten von den ursprünglich geplanten drei auf über fünf Monate ausdehnen können, aber trotzdem war das Ende buchstäblich vorprogrammiert. Während die beiden Mars-Rover Spirit und Opportunity jetzt schon seit fünf Jahren unterwegs sind, befindet sich der Landeplatz von Phoenix viel weiter nördlich. Durch den einsetzen marsianischen Winter bekommen die Solarzellen nicht mehr genug Licht und die Temperaturen sinken so weit, daß der Lander buchstäblich einfriert.

Das letzte Lebenszeichen hat Phoenix am 2. November von sich gegeben. Die Wissenschaftler haben zwar die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, aber die Chancen, daß der Lander noch einmal wieder aufwacht sind sehr gering. Phoenix selbst mag zwar jetzt nicht mehr erreichbar sein, aber es konnten trotz einiger kleinerer Probleme viele Experimente durchgeführt und massenhaft Daten gesammelt werden, die noch auf ihre Auswertung warten. Phoenix hat den Marsboden so genau analysiert wie noch keine andere Sonde und dabei unter anderem eindeutig die Präsenz von gefrorenem Wasser nachweisen können. 25000 einzelne Fotos wurden geschossen und in zahllose Nahaufnahmen und Panoramen verarbeitet, auf denen sogar so etwas wie Schneefall festgestellt werden konnte.

Eins hat Phoenix allerdings nicht gefunden: Leben! Und es konnte auch nicht hundertprozentig geklärt werden, ob die Zusammensetzung der Erde, in der der Lander ausführlich herumgebuddelt hat, wirklich für Lebewesen tauglich ist. Erste Ankündigungen, daß man in der Mars-Erde sogar Spargel anbauen könnte, wurden später widerlegt, als bei Analysen Perchlorat festgestellt wurde, das Leben zwar nicht völlig unmöglich macht, aber auch nicht wirklich begünstigt. Wie dem auch sei – Phoenix war nach den Mars-Rovern eine der faszinierensten NASA-Missionen zum roten Planeten, die umso beeindruckender ist, wenn man bedenkt in welcher Entfernung dies alles stattgefunden hat.

Die nächste Mars-Mission ist aber schon in Vorbereitung, denn im Herbst 2009 wird das Mars Science Laboratory auf den Weg geschickt werden – ein großes, fahrbares Analyselabor mit viel mehr wissenschaftlichen Möglichkeiten, als es die beiden derzeitigen Mars-Rover bieten. Das Mars-Abenteuer geht also weiter und eine permanente Präsenz auf dem roten Planeten scheint so gut wie sicher zu sein – auch wenn es im Moment nur Roboter und noch keine Menschen sind. Aber was nicht kommt, kann ja noch werden…

Science & Astronomy
12. August 2008

Wie jedes Jahr um diese Zeit sind wieder die Perseiden-Sternschnuppen zu sehen – wenn das Wetter mitspielt! Wir hatten hier in den letzten zwei Nächten unheimliches Pech, aber zum Glück sind heute zwischendurch die Wolken ein bißchen aufgerissen und wir konnten schon vier Sternschnuppen beobachten, von denen zwei richtig leuchtende Kracher im Süd-Osten waren. Leider sind jetzt gerade (23:30) wieder Wolken aufgezogen und es hat angefangen zu regnen, aber vielleicht besteht später noch Hoffnung.

Later that Night: Zwischen den Wolkenlücken gab es doch noch eine handvoll Sternschnuppen zu sehen, und mit ist es sogar gelungen eine zu fotografieren – das Bild habe ich eben schnell hier hochgeladen und auch drüben im Fotoblog gepostet. Mehr habe ich leider nicht erwischt, aber schon das eine Bild grenzt fast an ein Wunder, denn Sternschnuppen zu fotografieren versuche ich schon seit Jahren :-).

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7. August 2008

Der Mars-Lander Phoenix hat seine erste große Presse-Ente. Die mysteriöse Ankündigung, die vor ein paar Tagen die Runde machte, hat sich als heiße Luft herausgestellt – Schuld an dem Aufruhr war hauptsächlich ein Artikel auf der Webseite des Magazins Aviation Week, der als Quelle für die Meldung bei Universe Today gedient hatte. Was wirklich passiert war, hat Emily Lakdawalla von der Planetary Society in einem langen Blogeintrag zusammengefaßt: ein Instrument hatte die Chemikalie Perchlorat gefunden, die die Entwicklung von Leben auf dem Mars schwierig machen würde, während ein anderes Instrument den Stoff nicht feststellen konnte. Das war alles – und ein Presidential Briefing scheint es wohl auch nicht gegeben zu haben, denn allerhöchstens wurde der wissenschaftliche Berater informiert, was aber sowieso in regelmäßigen Abständen passiert und ganz normal ist.

Universe Today hat zwei Tage später auch noch einen ausführlicheren Artikel über die zwei verschiedenen Testergebnisse gepostet, und die Pressemeldung des Phoenix-Teams macht auch deutlich, daß der Fund von Perchlorat nicht unbedingt bedeuten muß, daß Leben auf dem Mars völlig unmöglich ist. Spiegel-Online schmetterte aber natürlich gleich “Lebensfeindliche Substanz im Marsboden gefunden” und ruderte dann später mit einem Artikel über die “Verwirrung um Gift in Mars-Boden” wieder zurück. Die Verwirrung scheint allerdings nur noch in den Köpfen der Redakteure stattzufinden, denn inzwischen wurde ja eigentlich alles geklärt, wie auch Universe Today noch vorgestern in einem Artikel schrieb.

Angesichts der Dynamik der Online-Medien war wohl eine solches Presse-Durcheinander nur noch eine Frage der Zeit, und schnell wurde dabei aus einer Mücke gleich ein Elefant. Eine gesunde Portion Skepsis ist bei solchen Gelegenheiten keine schlechte Idee, und gerade von Berufsjournalisten sollte man in dieser Beziehung doch etwas mehr verlangen können.

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2. August 2008

Ja, ich weiß – ich labere hier in jedem zweiten Posting übers Wetter, aber Fakt ist nun mal, daß die Entstehung von neuem Content auf diesen Webseiten stark davon abhängt :-). Diese Woche wars einfach zu warm um vernünftig kreativ zu arbeiten, denn das Gehirn scheint bei solchen Temperaturennicht nicht nur langsamer zu funktionieren, sondern auch die Hardware macht nicht so richtig mit – und bevor mir mein Laptop noch dem Hitzetod erliegt, habe ich die Kiste lieber gleich ausgelassen.

Immerhin ist die nächste DVD-Kritik schon etwa zu 70% fertig, aber bis morgen kriege ich das bestimmt nicht mehr hin und würde dann auch vor dem Dilemma stehen, nichts mehr für Freitag, den 8.8.8 an Material zu haben. Deshalb habe ich mich entschlossen, die Review nochmal auf genau diesen Tag zu verschieben, damit ich am Wochenende und nächste Woche nicht so ins Schleudern komme. Stattdessen habe ich aber schon gestern übergangsweise etwas anderes drüben im DVDLog gepostet und auch für die Foto-Webseite habe ich noch etwas gefunden, das ich in den nächsten Tagen online stellen werde.

Und ganz zum Schluß noch einen Link aus der Abteilung Wissenschaft: Bilder vom Large Hadron Collider – sieht aus wie Science Fiction, ist aber tatsächlich nur Science – absolut faszinierend. Und: nein, ich glaube nicht, daß der LHC uns in ein schwarzes Loch stürzen wird :-).

Und noch ein Nachtrag zu der Mars-Sache von gestern: Universe Today hat gerade einen Artikel gepostet, daß das Phoenix-Team möglicherweise bald ein “Potential for Life on Mars” ankündigen wird. Was genau dahinter steckt, ist noch nicht ganz klar, aber anscheinend wurde der Präsident der USA darüber informiert (als ob es den ernsthaft interessieren würde…). Offenbar haben die letzten Analyseergebnisse doch etwas mehr als nur den Beweis für die Existenz von Wasser erbracht – Universe Today spekuliert darüber ein bißchen im Artikel, aber die sprichwörtlichen kleinen grünen Männchen werden es mit Sicherheit wohl nicht sein.

Science & Astronomy
1. August 2008

Über zwei Monate ist der Phoenix-Marslander jetzt schon auf dem roten Planeten und hat zwar gelegentlich mit ein paar kleinen Schwierigkeiten zu kämpfen, ist aber durch die phantastischen wissenschaftlichen Erkenntnisse trotzdem ein voller Erfolg. Spiegel-Online mag das natürlich wie üblich nicht so richtig wahrhaben und macht aus der nüchternen Pressemeldung, daß sich die klebrige Marserde nicht so richtig von der Schaufel in den Analyseofen schütten läßt, gleich wieder ein Drama, als ob die Mission gescheitert sei: “Phoenix kann Ofen nicht befüllen” heißt es in der Überschrift und man meint, die Sonde sei “vom Pech verfolgt”.

Natürlich ist nicht alles so düster, wie es das Wissenschaftsressort von Spiegel immer sieht, denn inzwischen hat das Phoenix-Team nicht nur einen Weg gefunden, die Erdproben erfolgreich in den Ofen zu schütten, sondern bei der neuesten Analyse auch erstmals definitiv bestätigen können, daß sich Wasser in der Erde befindet! Natürlich ist die Präsenz von Wasser auf dem Mars schon lange bekannt, aber nun konnte es zum ersten Mal direkt chemisch nachgewiesen und damit einer der größten Meilensteine der Mission erreicht werden. Fast genauso spannend sind die bei der Pressemeldung beigefügten Bilder, die zum ersten Mal ein komplettes Rundum-Panorama vom Phoenix-Landeplatz zeigen, und auch die Nachricht, daß die ursprünglich bis Ende August laufende Mission wegen der Erfolge und des relativ guten Zustands des Landers noch einmal um vier Wochen verlängert wurde, ist bemerkenswert.

SpOn hat dann heute doch noch einen ganz vernünftigen Artikel online gestellt, der sich aber wie befürchtet zwischen den Zeilen dazu hinreißen läßt, grüne Männchen zu sehen und vom “Lebenselixir Wasser” zu sprechen. DerWesten freut sich dagegen berechtigterweise über die deutsche Beteiligung an der Mission, wobei sich auch dort ein Wissenschaftler hofft, vielleicht Hinweise auf organische Substanzen zu finden.

Auch außerhalb vom Mars gibt es für Space-Junkies wie mich faszinierende Neuigkeiten: die NASA hat in Zusammenarbeit mit dem Internet Archive das riesige Bilderarchiv NASA Images eröffnet, bei dem ich nur zu größter Vorsicht raten kann, denn die Webseite hat starken Suchtcharakter. Es ist zwar nicht so, als ob es überhaupt keine NASA-Bilder im Web geben würde, aber noch nie hat es ein so logisch sortiertes und benutzerfreundliches Archiv gegeben – genau für so etwas wurde das Internet geschaffen.

Science & Astronomy
20. June 2008

Die Wissenschafts-Redaktion von Spiegel Online hat aus unerfindlichen Gründen einen ganz besonderen Kieker auf die NASA. Schon seit langem kann man beobachten, wie die Journalisten immer wieder aus Mücken Elefanten machen und immer etwas zu meckern haben. So wie nach der Shuttle-Landung am Samstag, als großes Trara um ein plötzlich hinter der Raumfähre fliegendes Metallteil gemacht wurde, das schon vor der Landung von der NASA als harmlos deklariert wurde – aber im Spiegel hieß es “trotzdem konnte die Mannschaft sicher landen.” Das eigentliche Missionsziel, die Vervollständigung des japanischen ISS-Moduls und die Installation eines neuen Roboterarms, machten dann auch nur einen Bruchteil des Artikels aus.

Noch öfter mäkelt Spiegel-Online an der neuen Mars-Sonde Phoenix herum, bei der gerne so getan wird als ob der Lander auf einer Kohlenhalde in Bottrop steht und der Bagger nicht funktioniert. Im neuesten Artikel, der hauptsächlich von einer AP-Meldung abgeschrieben und aufgebauscht wurde, ist dann auch mal wieder von einer “neuen Panne”, einem Datenschluckauf, von “genervten” NASA-Mitarbeitern und von verlorenen Bildern eines ganzen Tages die Rede – ohne überhaupt mal drüber nachzudenken, was für eine unglaubliche wissenschaftliche Leistung dahinter steckt, so eine Mission in hunderttausenden Kilometern Entfernung auf einem fremdem Planeten möglich zu machen.

So liest sich die Original-Pressemeldung der NASA weitaus nüchterner, und die noch spannendere Meldung von heute war dem Spiegel noch keinen Ton wert: die weißen Brocken, die in den von Phoenix gebuddelten Löchern zu sehen waren und nun plötzlich verschwunden sind, müssen wirklich Eis gewesen sein. Offenbar ist das Material verdampft, nachdem sie von Phoenix an die Oberfläche geholt wurden – außerdem wurde das vom Spiegel so aufgebauschte Speicher-Problem so gut wie in Ordnung gebracht. Am späten Nachmittag hat Spiegel Online dann doch noch nachgezogen und den ersten vernünftigen Artikel seit langem über die Phoenix-Mission online gestellt – kein Wunder, war da doch ein ganz anderer Redakteur am Werk, der sich offensichtlich endlich richtig mit der Sache beschäftigt hat.

Trotzdem kann man angesichts solcher fantastischer Meldungen die Spiegel-Redakteure eigentlich nur fragen: Where’s your sense of wonder? Andere deutsche Online-Medien neigen nicht zu so einer negativen Berichterstattung, aber Webseiten wie Universe Today oder Spaceflight Now in deutscher Sprache scheint es gar nicht zu geben, so daß man für eine neutrale Sichtweise völlig auf englischsprachige Medien angewiesen ist.

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29. May 2008
Rumours of my demise... ich bin natürlich nicht verschwunden und mache auch meine Webseiten nicht dicht. Wäre ja noch schöner, nach der ganzen Arbeit! Nein, ich bin nur durch ein paar unvorhergesehene Ereignisse etwas aus dem Takt gekommen - unter anderem war es das nervige Wetter, das plötzliche Ableben meiner Kamera und einiges anderes, aber jetzt bin ich wieder einigermaßen präsent und habe auch gleich die erste DVD-Kritik seit über vier Wochen mitgebracht.

Wer hier schon etwas länger mitliest, kann sich sicher noch an meine Begeisterung für Matt "The Simpsons" Groenings andere Trickfilmserie Futurama erinnern, die 2003 traurigerweise gecancelt wurde, aber letztes Jahr mit dem ersten von vier brandneuen DVD-Filmen ein grandioses Comeback feierte. Bender's Big Score hatte ich mir erst im März als deutsche DVD zugelegt, weshalb die Kritik auch erst so spät kommt - wer aber gedacht hat, daß ich die neue Inkarnation von Futurama links liegen lassen würde, hat sich gewaltig getäuscht. Heute ist also erstmal Bender's Big Score dran, und die Review des nächsten Futurama-Films wird ganz bestimmt nicht so lange dauern, da die britische DVD schon Ende Juni erscheint und schon vorbestellt ist. Mit was ich drüben im DVDLog weitermache, weiß ich wie üblich jetzt noch nicht - wahrscheinlich wird es nächste Woche noch keine neue Kritik, aber ich habe noch jede Menge Material für die Renovierungen der DVD-Vergleiche auf Lager.

Zum Thema Digicam verweise ich jetzt mal einfach an die Foto-Webseite, an dieser Stelle sei nur kurz erwähnt, daß ich letzte Woche die am berüchtigen CCD-Chipfehler eingegangenen Canon Powershot A75 und A300 nach zur hoffentlich kostenlosen Reparatur eingeschickt habe und mir gleichzeitig bei Ebay vorsichtshalber eine A510 als Ersatz ersteigert hatte - alles weitere dazu in einem neuen Posting in den nächsten Tagen im Fotoblog. Breaking News: die Reparatur ist offenbar fertig und ein Paket ist per UPS auf dem Weg nach Mülheim - ob da jetzt neue Kameras oder die reparierten alten drinstecken, weiß ich aber noch nicht. Stay tuned - wenn das Paket da ist, werde ich im Fotoblog darüber berichten. | Breaking News II: Canon hat die Kameras zwar nicht ausgetauscht, aber auf Kulanz repariert!

Eigentlich wollte ich dieses Update mit einem längeren Absatz über die spektakuläre Landung des Phoenix-Marslanders abschließen, aber stattdessen linke ich lieber auf den ausgezeichneten Telepolis-Artikel, der die spannenden Ereignisse hervorragend zusammenfaßt. Es ist die dritte Mars-Mission direkt auf dem Planeten nach dem Pathfinder von 1997 und den seit 2004 immer noch aktiven Mars Exploration Rovers Spirit und Opportunity - die zahllosen Bilder und wissenschaftlichen Erkenntnisse bleiben nach wie vor absolut faszinierend und sind öfter mal einen Blick wert. Außer den offiziellen Webseiten der NASA und dem JPL sind unter anderem auch SpaceflightNow und Space.com empfehlenswert, und wer eine etwas lockere und menschlichere Berichterstattung bevorzugt, dem sei Phil Plaits Bad Astronomy nicht nur für die Mars-Expeditionen, sondern für Astronomie und Wissenschaft allgemein empfohlen. Emily Lakdawalla sitzt mit ihrem Blog der Planetary Society noch näher an der Quelle, und Damaris B. Sarria hat als Astronauten-Anwärterin oft faszinierendes direkt vor Ort zu berichten. Auch sehr interessant zu lesen ist PZ "Pharyngula" Myers, der sich sich als Skeptiker, Wissenschaftler und Godless Liberal genauso wie sein Blog-Kollege/Rivale Phil Plait gerne mit Kreationisten und anderen seltsamen Zeitgenossen herumschlagen muß.