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18. January 2012

Das Jahr fängt schon gut an – mit den fiesen netzpolitischen Überresten von 2011. Wenn in den USA der Stop Internet Piracy Act und der Protect Intellectual Property Act (SOPA und PIPA) tatsächlich in Kraft treten sollten, dann kann das Internet dicht machen. Hinter diesen Gesetzen steht schlicht und einfach ein blatanter Versuch, eine massive Internet-Zensur in beispiellosem Ausmaß durchzudrücken, die nicht nur amerikanische Webseiten, sondern buchstäblich das gesamte World Wide Web betreffen. Netzpolitik.org hat einen  sehr informativen Artikel zu dem Thema geschrieben, bei dem man wirklich eine Gänsehaut bekommt. (Voll mit Links natürlich auch der entsprechende Telepolis-Artikel.)

Das wären Zustände wie in China und deshalb hat das Internet heute dicht gemacht: angeführt von der englischsprachigen Wikipedia haben sich eine ganze Menge Webseiten entschlossen, aus Protest einfach abzuschalten. Überraschend viele haben sich zu diesem drastischen Schritt entschieden und zwar nicht immer die ganze Webseite geblockt, aber oft zumindest einen deutlichen Hinweis gepostet. Netzpolitik hat eine kleine Blackout-Galerie zusammengestellt, die “Dunkelziffer” ist wahrscheinlich noch viel größer. Warum aber hier nicht? Ich kann mich der allgemeinen Meinung nur anschließen, aber bei der Besucheranzahl hätte sich der technische Aufwand für einen Protest wirklich nicht gelohnt und wahrscheinlich länger gedauert, als diesen Artikel zu schreiben.

Vielleicht sollte man so einen Protest nicht nur 24 Stunden, sondern gleich eine ganze Woche lang durchziehen, damit es auch noch in den letzten Schädel reingeht, daß eine solche Mega-Zensur purer Wahnsinn ist. Wenn SOPA und PIPA durchkommen, könnte das Internet bald wieder so aussehen wie vor fünfzehn Jahren und das Äquivalent der Bibliothek von Alexandria an Informationen und Wissen verschwunden sein – wollen wir alle uns das wirklich antun?

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